Kranken Partner oder Kind betreuen

12 Jul

Darf ich meine kranke Partnerin / Partner oder Kind zu Hause betreuen?

Als berufstätige Person kommt man bestimmt einmal in die Situation, wo man seine erkrankte Partnerin, Partner, Ehefrau, Ehemann oder Kind / Kinder zu Hause betreuen müsste, obwohl die Arbeit ruft.

  • Darf ich frei nehmen? Muss mich die Chefin / Chef / Firma springen lassen?
  • Spielt es eine Rolle ob ich Mutter oder Vater bin oder im Konkubinat lebe?
  • Wie lange darf man für die Betreuung fehlen?

Auf den ersten Blick scheint es ziemlich schwierig zu sein, eine konkrete Antwort auf diese eigentlich banalen Frage zu finden. Deshalb habe ich euch hier die wichtigsten Informationen zusammen getragen. Diese habe ich nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert, bin aber rechtlich gesehen ein Laie und darum konsultiert am besten immer zuerst das Personalreglement und sucht den Kontakt zur Personalabteilung oder mit dem Vorgesetzten.

Grundsätzlich gehe ich davon aus, dass die Betreuung eines nahen Familienangehörigen immer vorgeht und man sich darum von der Arbeit ohne Lohneinbuse dispensieren lassen können müsste. Natürlich nur, wenn eine gewisse Schwere der Krankheit vorliegt und sich auf die Schnelle keine alternative Betreuungsperson finden lässt. In jedem Fall sollte dies vom ersten Tag an mit einem Arztzeugnis belegt werden. Eine längerfristige Betreuung muss im Einzelfall betrachtet werden und immer wenn möglich eine alternative Betreuungsform gesucht werden.

Nebst der bekannten Spitex Organisationen, gibt es noch weitere private Anbieter die „ambulante Pflege“ anbieten. Diese findet man via Telefonbuch oder Suchmaschine. Vorgängig prüfen sollte man, ob die Krankenkasse einen Teil der Kosten übernimmt und die Organisationen von der eigenen Krankenkasse anerkannt sind und abrechnen dürfen. Ansonsten bleibt man auf den Kosten sitzen.


Zeitungsberichte zu diesem Thema:
http://www.aargauerzeitung.ch/schweiz/arbeiten-und-die-eltern-pflegen-muessen-arbeitgeber-frei-geben-112777954


Das Gesetz sagt:

Arbeitsgesetz (arG), Art. 36 / 1
Bei der Festsetzung der Arbeits- und Ruhezeit ist auf Arbeitnehmer mit Familienpflichten besonders Rücksicht zu nehmen. Als Familienpflichten gelten die Erziehung von Kindern bis 15 Jahren sowie die Betreuung pflegebedürftiger Angehöriger oder nahe stehender Personen.

Obligationenrecht (OR), Art. 324a / 1
Wird der Arbeitnehmer aus Gründen, die in seiner Person liegen, wie Krankheit, Unfall, Erfüllung gesetzlicher Pflichten oder Ausübung eines öffentlichen Amtes, ohne sein Verschulden an der Arbeitsleistung verhindert, so hat ihm der Arbeitgeber für eine beschränkte Zeit den darauf entfallenden Lohn zu entrichten, samt einer angemessenen Vergütung für ausfallenden Naturallohn, sofern das Arbeitsverhältnis mehr als drei Monate gedauert hat oder für mehr als drei Monate eingegangen ist.

Quellen:
https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/19640049/index.html#id-4-3
https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/19110009/index.html#a324a



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